Acanthamöben

Indikation:

Acanthamöben-Keratitis durch Kontaktlinsen, schwere Infektionen anderer Organe, 

granulomatöse Amöbenenzephalitis

Nachweismethode / Target:

Molekularbiologischer Nachweis mittels RT-PCR / 18SrDNA

Erreger / Infektionskrankheit:

Acanthamoeba spp. T4

Untersuchungsfrequenz im Labor:

Innerhalb 24-72 h

Untersuchungsmaterial:

Hornhautabradat, Vorderkammerpunktat, Kontaktlinse, Kontaktlinsen-Flüssigkeit

Hinweise zur Materialgewinnung für die Acanthamöben-PCR

Benötigtes Probengefäß:

Hornhautabradat, Vorderkammerpunktat: Steriles Probengefäß

Kontaktlinse, Kontaktlinsen-Flüssigkeit: Kontaktlinsenbehälter des Patienten

Benötigter Anforderungsschein:

Serologie/Parasitologie

Sonstige Bemerkungen:

Ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Ein positives Ergebnis ist nicht beweisend für das Vorliegen einer floriden bakteriellen Infektion, da mit PCR-Verfahren auch DNA von nicht mehr vermehrungsfähigen Erregern erfasst wird.

Die Gattung Acanthamoeba findet sich in erster Linie als freilebende Protozoen in natürlichen Lebensräumen, kommt aber auch als Erreger von Krankheiten bei Menschen und Tieren vor. Acanthamoeba dient als Wirt für eine Vielzahl von pathogenen Bakterien wie Mycobacterium avium. Ein Befall mit Acanthamoeba führt zu einer potentiell sehkraftbedrohenden Keratitis durch Kontaktlinsen, zu schweren Infektionen anderer Organe und zu einer tödlichen granulomatösen Amöbenenzephalitis. Es sind mehr als 20 Acanthamöbenarten bekannt, die sich in drei morphologische Gruppen (GruppeI,II und III) und 22 Genotypen (T1-T22) einteilen lassen. Einige Arten (A. castellani (T4), A. lugdunensis (T4), A. polyphaga (T4), A. rhysodes (T4), A. quina (T4), A. palestinensis (T2), A. griffinii (T3), A. lenticulata (T5), A. astronyxis (T7), A. culbertsoni (T10), A. hatchetti (t11), A. healyii (T12), A. byersi (T18) und A. divionensis) wurden kürzlich mit menschlichen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Der Genotyp T4 gilt als der wichtigeste Genotyp sowohl bei Infektionen des Auges als auch des ZNS. Der Literatur zufolge ist der Genotyp T4 der am häufigsten vorkommende Acanthamöben Genotyp der weltweit Keratitis verursacht (ca. 86%). (Diehl et al., 2021)